|
Kieler Nachrichten vom 23. Mai 2008
Weiterer Lichtblick für die „kleine Anna" Schwentinentaler gründen eigenen wohltätigen Verein
Mädchen und Jungen in den Schulen der Stadt Schwentinental, die sich aus finanziellen Gründen nicht in der Weise am schulischen Geschehen beteiligen können, wie sie gern möchten, können mit einem kleinen Lichtblick rechnen.
Im Bürgersaal des Raisdorfer Rathauses ist am Mittwoch der Verein „Kleiner Lichtblick" gegründet worden. 25 Personen, zumeist aus den Ortseilen Raisdorf und Klausdorf, haben die Satzung des Vereins unterschrieben. Mindestens 15 weitere Gründungsmitglieder sind bereits bekannt. Und in den kommenden Wochen und Monaten werden viele weitere Mitglieder gesucht.
In der einstimmig beschlossenen Satzung wird der Vereinszweck so beschrieben: „Finanzielle Förderung von bedürftigen Kindern und Jugendlichen durch Zuwendungen für den täglichen Bedarf, insbesondere für schulische Zwecke." Und weiter heißt es: „Neben der personenbezogenen Einzelförderung besteht die Möglichkeit, für den gleichen Personenkreis Projekte, Einrichtungen und Initiativen zu unterstützen.” Susanne Leyk, die Ideengeberin des neuen Vereins nach dem Vorbild des „Kleine-Anna-Kreises" in der Stadt Preetz, konnte sich am Ende des Abends zurücklehnen. Denn ab sofort wird der frisch gewählte Gründungsvorstand die Arbeit übernehmen. Den Vorsitz führt Karen Ackermann, zur Stellvertreterin wurde Elke Lassen-Rasch gewählt. Die Kasse führt Angelika Stullich, als Schriftführerin wirkt Angelika LangeHitzbleck mit und als Beisitzer sind Sabine Sindt und Jörg Burckhardt dabei.
Eine kleine finanzielle Basis ist bereits vorhanden. Neben den Mitgliedsbeiträgen, die sich bei einem Jahresbeitrag von 20 Euro bei 40 Mitgliedern auf 800 Euro summieren, stehen 2500 Euro aus dem Verkauf der ersten Schwentinentaler Postkarte (initiiert von Apotheker Hartwig Kröger) zur Verfügung.
|
|
Kieler Nachrichten vom 02.04.2008
„Kleine-Anna-Kreis“ auch für Schwentinental?
Schwentinental – Der aus Preetz bekannte „Kleine-Anna-Kreis“ bekommt vielleicht schon bald eine Schwester in Schwentinental. „Auch in Raisdorf und Klausdorf gibt es Familien, die an jeder zusätzlichen Ausgabe für ihre schulpflichtigen Kinder wirklich zu knabbern haben“, weiß Susanne Leyk aus ihrer Arbeit als bisherige Bürgermeisterin von Raisdorf. Die Idee, für Schwentinental eine ähnliche Initiative anzuschieben, die sich um Kinder aus sozial benachteiligten Familien an den Schulen in der neu gegründeten Stadt kümmert, verfolge sie schon länger. „Jetzt hatte ich endlich Zeit, mich damit intensiver zu befassen, mit den Preetzer Initiatoren und den Verantwortlichen hiesiger Schulen zu sprechen, nach Mitstreitern zu suchen“, erläutert Leyk, die sich über die ausgesprochen positive Resonanz freut. Einzelne hätten schon ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert, ansässige Firmen finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Auch Matthias Deutschendorf, Schulleiter der Astrid-Lindgren-Grundschule in Klausdorf, findet die Idee sehr gut und meint: „Auch in Klausdorf gibt es Familien, die im Einzelfall Hilfe gebrauchen könnten, sich aber aus Scham oder Unwissenheit nicht darum bemühen. Oft stünden auch bürokratische Hürden im Weg. „Daher finde ich unbürokratische Unterstützung, wie sie die Initiative zum Ziel hat, sehr wichtig“, sagt der Schulleiter und nennt ein Beispiel: Bei der Bestellung notwendiger Unterrichtsmaterialien gingen die Lehrer in der Regel in Vorkasse und blieben nicht selten auf einem Teil der Kosten sitzen, weil manche Eltern ihren Anteil nicht zahlten. Eine Konkurrenz zu den Schulfördervereinen sieht Deutschendorf nicht: „Die Fördervereine richten ihr Augenmerk auf die ganze Schule, bewusst nicht auf Einzelfälle.“ Diese Lücke könnte eine solche Institution, die sich in Preetz in kurzer Zeit erfolgreich etabliert habe, ausfüllen, meint auch Susanne Leyk. Bettina Woltmann, Schulsozialarbeiterin an der Raisdorfer Grund- und Hauptschule, ist von der Idee ebenfalls angetan und will im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Umsetzung unterstützen. „Ich erlebe nahezu täglich Kinder, denen es an Zuwendung fehlt, und ich weiß, wie viel man mit Kleinigkeiten helfen kann“, sagt die Pädagogin und berichtet von einer solchen Kleinigkeit: Weil immer wieder Kinder mit knurrendem Magen zur Hausaufgabenbetreuung gekommen seien, habe sie irgendwann einfach Knäckebrot und Rosinen auf den Tisch gestellt. „Im Nu waren die Teller leer, aber die Stimmung viel besser. Und dann kommt man mit den Kids ganz anders ins Gespräch und erfährt eben auch, dass manche immer ohne Frühstücksbrot in die Schule kommen“, erzählt Bettina Woltmann. Am Dienstag, 15. April, soll die Idee ab 18 Uhr im Bürgersaal des Raisdorfer Rathauses vorgestellt und diskutiert werden. Peter Ossendorf, ehemaliger Rektor der Preetzer Wilhelminenschule, wird in diesem Rahmen von den Erfahrungen des „Kleine-Anna-Kreises“ berichten. Ein entsprechendes Rundschreiben, das auch in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen ausgelegt werden soll, will Susanne Leyk dieser Tage rausschicken. ago
|